
An den Ölbörsen gaben die Rohölpreise am gestrigen Mittwoch nach, was nicht zuletzt an den am frühen Abend eingehenden Meldung lag, dass Saudi-Arabien die Ost-West Pipeline in den nächsten Tagen wieder nach und nach hochfahren wolle. Etwas später kam dann auch noch die Zinsanhebung in den USA hinzu, die nicht die letzte vor dem Jahreswechsel gewesen sein könnte.
Saudi Aramco will wichtige Pipeline schrittweise wieder hochfahren
Am vergangenen Freitag hatte der staatliche Energiekonzern Aramco mit der Ost-West Pipeline eine wichtige Alternativroute zur Straße von Hormus für die Exporte von seinen Ölfeldern im Osten des Landes vorübergehend abgeschaltet. Drohnenangriffe von irakischem Territorium aus, die auf die Anlage abgezielt hatten, waren der Grund dafür gewesen. Nachdem man anfangs noch befürchtete, die Pipeline könnte mehrere Wochen außer Betrieb bleiben, will die Aramco die Rohöltransporte über Anlage nun in den kommenden Tagen durch Übergangslösung wieder aufnehmen.
So hieß es aus informierten Kreisen, das Unternehmen wolle einen beschädigten Streckenabschnitt provisorisch zu umgehen, um erste Teilmengen transportieren zu können. Die vollständige Wiederinbetriebnahme der Pipeline wird nach Angaben des Insiders voraussichtlich allerdings rund sechs Wochen in Anspruch nehmen. Weder der Staatskonzern, noch das saudische Energieministerium äußerten sich bislang offiziell zu dem Vorgang. Die Auslastung der Pipeline, die an den Exportterminal Yanbu am Roten Meer angebunden ist, lag vor dem Angriff bei rund 7 Mio. B/T. Regierungsdaten zufolge beliefen sich die saudischen Rohölexporte im Juni aufgrund der beeinträchtigten Schifffahrt in der Straße von Hormus und der Seeblockade Saudi-Arabiens durch die Huthi-Miliz im Roten Meer aber gerade einmal auf knapp 4 Mio. B/T, nachdem sie im Mai sogar ein Rekordtief verzeichnet hatten.
US-Kraftstoffbestände erholen sich weiter – Fed erhöht Leitzinsen
Auch aus den USA kamen gestern einige Meldungen, die die Preise an den Ölbörsen sinken ließen. So meldete das US-Energieministerium (DOE) die zweite Woche infolge Aufbauten bei den Destillat- und Benzinbeständen, bevor die Federal Reserve am Abend wie erwartet eine Anhebung der Zinsen um 25 Basispunkte bekannt gab. Bei der Pressekonferenz zur Sitzung des Fed-Offenmarktausschusses (FOMC), gab Notenbankchef Kevin Warsh dann zudem Hinweise darauf, dass die gestrige Zinserhöhung nicht die einzige vor dem Jahresende bleiben könnte. Dies stützte nicht nur den US-Dollar, was die im Greenback gehandelten Ölfutures teurer für Käufer außerhalb der Vereinigten Staaten verteuerte, sondern ließ auch Sorgen über die Entwicklung der Konjunktur und der Ölnachfrage aufkommen.
Heizölpreise niedriger erwartet
Der Rückgang der Ölpreise an der Londoner Rohstoffbörse ICE wirkt sich auch auf die Inlandspreiserwartungen aus, wenngleich der Euro gegenüber dem Dollar am Mittwochabend deutlich Federn lassen musste. So können Abnehmerinnen und Abnehmer in der Bundesrepublik derzeit gegenüber Mittwochvormittag mit Abschlägen von –2,20 bis -2,75 Euro pro 100 Liter Heizöl rechnen. Diese Zahlen sind Näherungswerte und Momentaufnahmen, und können sich im Tagesverlauf aufgrund geopolitischer und wirtschaftlicher Entwicklungen jederzeit ändern.
Source: Futures-Services

